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Die Farben unserer Gedanken


Wie unser Denken unser Wohlbefinden beeinflusst


Der römische Philosoph Marc Aurel beschäftigte sich bereits vor fast 2.000 Jahren mit der Bedeutung unserer Gedanken. In seinen Selbstbetrachtungen beschreibt er sinngemäß:


„Die Seele wird von den Gedanken gefärbt.“


Ein Gedanke, der bis heute nichts von seiner Bedeutung verloren hat.


Denn unsere Gedanken begleiten uns durch jeden Tag. Sie beeinflussen, wie wir Situationen wahrnehmen, welche Gefühle in uns entstehen und wie wir auf unsere Umwelt reagieren.


Doch wie bewusst nehmen wir eigentlich wahr, was wir den ganzen Tag denken?


Gedanken und ihre Wirkung auf unseren Körper


Unser Körper und unsere Gedanken stehen in einer engen Verbindung.


Denken wir an eine unangenehme Situation, kann sich unser Körper bereits anspannen, obwohl wir uns gerade in Sicherheit befinden. Unser Herz schlägt möglicherweise schneller, die Atmung verändert sich und unsere Muskulatur wird fester.


Umgekehrt können angenehme Erinnerungen, Vertrauen und innere Ruhe dazu beitragen, dass wir uns entspannen.


Unser Nervensystem reagiert nicht nur auf das, was tatsächlich um uns herum geschieht, sondern auch darauf, wie wir Situationen gedanklich bewerten.


Besonders bei anhaltenden Sorgen und Belastungen kann diese Verbindung eine wichtige Rolle für unser Wohlbefinden spielen.


Wenn Sorgen unsere Gedanken bestimmen


Viele Menschen kennen das Gefühl, immer wieder über dieselben Dinge nachzudenken.


Was könnte passieren? Habe ich richtig entschieden? Was bringt die Zukunft?


Solche Gedanken entstehen häufig ganz unbewusst. Sie können durch frühere Erfahrungen, persönliche Überzeugungen oder Ängste geprägt sein.


Dabei sind Sorgen zunächst nichts Ungewöhnliches. Sie gehören zu unserem menschlichen Denken und können uns helfen, mögliche Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen.


Problematisch wird es, wenn wir gedanklich kaum noch zur Ruhe kommen.


Anhaltendes Grübeln kann unsere innere Anspannung verstärken, den Schlaf beeinträchtigen und dazu beitragen, dass wir uns körperlich und seelisch erschöpft fühlen.


Können wir unsere Gedanken verändern?


Nicht jeder Gedanke lässt sich bewusst steuern. Viele entstehen spontan, ohne dass wir uns dafür entscheiden.


Doch wir können lernen, unsere Gedanken wahrzunehmen, ohne ihnen sofort zu glauben oder nach ihnen handeln zu müssen.


Manchmal genügt es bereits, innezuhalten und sich zu fragen:


  • Ist das, was ich gerade denke, tatsächlich eine Tatsache?
  • Beschäftige ich mich mit der Gegenwart oder mit einer möglichen Zukunft?
  • Gibt es auch eine andere Sichtweise auf diese Situation?
  • Was würde mir in diesem Moment helfen, wieder mehr Ruhe zu finden?


Es geht dabei nicht darum, Sorgen zu verdrängen oder ausschließlich positiv zu denken.


Vielmehr dürfen wir lernen, bewusster mit unseren Gedanken umzugehen und zwischen tatsächlichen Herausforderungen und gedanklichen Befürchtungen zu unterscheiden.


Körper, Geist und Seele – eine untrennbare Verbindung


In der ganzheitlichen Gesundheitslehre betrachten wir den Menschen nicht ausschließlich über einzelne körperliche Beschwerden.


Auch unsere Lebensweise, unsere Gefühle, unsere Gedanken und unser persönliches Umfeld können Einfluss auf unser Wohlbefinden nehmen.


Bereits Hildegard von Bingen betrachtete den Menschen im Zusammenhang von körperlichen, seelischen und geistigen Aspekten.


Dieser ganzheitliche Blick bedeutet jedoch nicht, dass Krankheiten allein durch Gedanken entstehen oder durch positives Denken geheilt werden können.


Er erinnert uns vielmehr daran, dass Gesundheit viele miteinander verbundene Bereiche umfasst.


Neben Ernährung, Bewegung, Schlaf und körperlicher Versorgung verdient deshalb auch unser inneres Erleben Aufmerksamkeit.


Welche Farben geben wir unserem Leben?


Vielleicht können wir unsere Gedanken mit Farben vergleichen.


Manche Gedanken erscheinen hell und freundlich. Sie schenken uns Mut, Vertrauen und Zuversicht.


Andere wirken dunkel und schwer. Sie sind geprägt von Unsicherheit, Enttäuschung oder Sorge.


Beide gehören zum Leben.


Entscheidend ist nicht, ausschließlich helle Gedanken zu haben. Entscheidend ist, zu erkennen, dass ein belastender Gedanke nicht zwangsläufig unsere gesamte Wirklichkeit bestimmen muss.


Wir dürfen lernen, Abstand zu gewinnen, neue Perspektiven einzunehmen und uns selbst mit mehr Verständnis zu begegnen.


Denn nicht jeder Gedanke verdient einen festen Platz in unserem Leben.


Vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo wir anfangen, unsere Gedanken bewusster wahrzunehmen.

Und manchmal verändert sich dadurch nicht sofort unsere äußere Welt – aber die Art, wie wir ihr begegnen.


Ganzheitliche Gesundheit beginnt mit dem Verstehen


In meinem Buch „Ganzheitliche Gesundheit inspiriert nach Hildegard von Bingen“ beschäftige ich mich mit dem Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele.


Dabei geht es nicht nur um Ernährung, Bewegung und körperliches Wohlbefinden, sondern auch um die Bedeutung unserer Gedanken, Gefühle und inneren Haltung.


Denn wer beginnt, die Zusammenhänge im eigenen Körper und im eigenen Leben besser zu verstehen, kann bewusster mit seiner Gesundheit umgehen.


Veränderung beginnt, wenn wir anfangen, uns selbst besser zu verstehen.



Britta Möller


Britta Möller Akademie


Wissen – verstehen – anwenden.



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