Die Haut verstehen – was unsere Haut wirklich braucht

Unsere Haut ist weit mehr als eine äußere Hülle. Sie ist ein komplexes Organ und besitzt eine natürliche Schutzbarriere, die unter anderem dazu beiträgt, Feuchtigkeit in der Haut zu bewahren und sie gegenüber äußeren Einflüssen abzugrenzen.
Wenn wir über Hautgesundheit sprechen, denken wir häufig zuerst an Cremes, Seren und andere Pflegeprodukte. Doch unsere Haut lässt sich nicht isoliert betrachten.
Wer sie wirklich verstehen möchte, sollte den ganzen Menschen in den Blick nehmen: die Versorgung von innen, unser inneres Gleichgewicht und schließlich die Pflege von außen.
Die Haut wird auch von innen versorgt
Ein gesundes Hautbild entsteht nicht allein durch das, was wir auf unsere Haut auftragen.
Damit sich Hautzellen erneuern und die natürliche Hautbarriere ihre Aufgaben erfüllen kann, benötigt der Körper eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen. Dazu gehören unter anderem Eiweiß, essentielle Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe.
Deshalb lohnt es sich, bei der Haut nicht nur ins Badezimmer zu schauen, sondern auch auf den Teller.
Auch in der überlieferten Gesundheitslehre Hildegards von Bingen nimmt die Ernährung einen wichtigen Platz im Verständnis von Gesundheit und Wohlbefinden ein.
Bemerkenswert ist dabei ihr ganzheitlicher Blick auf den Menschen. Ernährung, Verdauung, Lebensweise und das innere Gleichgewicht wurden nicht vollkommen losgelöst voneinander betrachtet.
Viele dieser Gedanken sind auch heute interessant und können dazu anregen, Gesundheit nicht nur an einzelnen Symptomen oder Körperbereichen festzumachen, sondern Zusammenhänge wahrzunehmen.
Auch unsere Haut steht nicht für sich allein. Sie ist Teil unseres gesamten Organismus und wird von innen versorgt.
Eine gute Pflege von außen kann deshalb sinnvoll sein – ebenso wichtig ist jedoch, dem Körper von innen die Voraussetzungen zu geben, die er für seine natürlichen Funktionen benötigt.
Die Haut – Spiegel der Seele
Doch es gibt noch eine weitere Seite.
Unsere Haut reagiert nicht nur auf äußere Einflüsse und unsere körperliche Versorgung. Auch das, was in unserem Inneren geschieht, kann sich auf ihr bemerkbar machen.
Viele kennen es aus eigener Erfahrung: In angespannten Situationen werden wir plötzlich rot, beginnen zu schwitzen oder bekommen eine Gänsehaut. Schon daran lässt sich erkennen, wie eng Haut und Nervensystem miteinander verbunden sind.
Auch anhaltender Stress hinterlässt körperliche Spuren. Er beeinflusst unter anderem Nervensystem, Hormone, Atmung und Stoffwechsel. Die Haut ist Teil dieses komplexen Zusammenspiels.
Das bedeutet nicht, dass jedes Hautproblem eine seelische Ursache hat. Hautveränderungen können viele unterschiedliche Gründe haben.
Dennoch lohnt es sich, einmal weiterzudenken:
Wie viel Anspannung begleitet mich im Alltag?
Bekomme ich ausreichend Ruhe und Erholung?
Und was braucht mein Körper, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen?
Ganzheitliche Gesundheit bedeutet für mich deshalb, Körper, Geist und Seele nicht voneinander zu trennen, sondern ihre Verbindungen zu verstehen.
Gute Hautpflege beginnt mit der Hautbarriere
Erst wenn wir diese Zusammenhänge betrachten, kommen wir zu dem, woran wir bei Hautpflege meistens zuerst denken: zu dem, was wir von außen auf unsere Haut geben.
Unsere natürliche Hautbarriere hilft dabei, Feuchtigkeit in der Haut zu halten und sie gegenüber äußeren Einflüssen abzugrenzen.
Eine gute Hautpflege sollte deshalb nicht nur danach ausgewählt werden, wie angenehm sich eine Creme anfühlt oder welche Versprechen auf einer Verpackung stehen.
Entscheidend ist, was wir auf unsere Haut geben und ob die Pflege zu ihrem tatsächlichen Bedarf passt.
Denn Haut ist nicht gleich Haut. Während eine Haut mehr Lipide benötigt, braucht eine andere vielleicht eine leichtere Pflege. Auch Alter, Jahreszeit, äußere Einflüsse und der aktuelle Hautzustand können eine Rolle spielen.
Pflanzenöle und ausgewählte Pflanzenextrakte können dabei gezielt eingesetzt und auf die individuellen Bedürfnisse der Haut abgestimmt werden.
Und manchmal ist weniger tatsächlich mehr. Zu viele Produkte und ständig wechselnde Wirkstoffe können empfindliche Haut zusätzlich beanspruchen.
Wer seine Haut versteht, kann Pflege gezielter auswählen, statt immer mehr Produkte auszuprobieren.
Genau deshalb arbeite ich seit vielen Jahren mit einer individuell abgestimmten Hautpflege, bei der eine Cremebasis je nach Hautbild mit ausgewählten Pflanzenölen und Pflanzenextrakten ergänzt werden kann.
Haut verstehen heißt Zusammenhänge verstehen
Unsere Haut braucht also mehr als eine gute Creme.
Ernährung und Nährstoffversorgung, unser körperliches und inneres Gleichgewicht sowie eine zum Hautzustand passende Pflege greifen ineinander.
Dabei geht es nicht darum, alles perfekt zu machen.
Es geht darum, den eigenen Körper besser zu verstehen und bewusster wahrzunehmen, was ihm guttut.
Denn nicht mehr Pflege ist entscheidend, sondern die richtige – und manchmal beginnt gute Hautpflege lange bevor wir einen Cremetiegel öffnen.
Wissen aus der Britta Möller Akademie


